Mehrphotonen-Endoskopie macht Wundheilung sichtbar: Der Verbund "WPM"

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Die Mehrphotonen-Bildgebung soll künftig auch für die klinische Untersuchung von Wunden mit hoher Auflösung genutzt werden. Der vor kurzem angelaufene Forschungsverbund „WPM“ will damit erstmals die Wundheilung direkt in vivo sichtbar machen. Wunden gehören zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt. Besonders chronische Wunden schränken das Alltagsleben der Patienten stark ein. Allein am chronischen Unterschenkelgeschwür (Ulcus cruris) leiden in Deutschland ca. 2,5 Millionen Patienten. Gegenwärtig erlaubt jedoch keine Untersuchungsmethode, die Wunde örtlich zu beurteilen oder die lokalen Einflussfaktoren zu ermitteln. Diese Kenntnisse sind jedoch eine entscheidende Grundlage für eine gezielte Therapie zur raschen und dauerhaften Abheilung. Der Verbund will ein neues Multiphotonenendoskop aufbauen, das das Milieu in der Wunde mikroendoskopisch mit hoher räumlicher, zeitlicher und spektraler Auflösung darstellt. Die Optik kann direkt in die Wunde eingeführt und dort mittels einer 3D-Mikropositioniereinheit exakt platziert werden. Das neue System soll zunächst an Operationspräparaten und Hautmodellen spezifiziert werden. Die abschließende Evaluierung erfolgt an Patienten, wobei der Verbund neue Erkenntnisse zur Entstehung und Verlauf des Ulcus cruris sowie zum Verlauf eines neuartigen photodynamischen, antibakteriellen Therapieverfahrens erhofft. Das BMBF fördert das Verbundprojekt mit 1,8 Millionen Euro, die Industriepartner investieren rund eine Million Euro.

Verbundname: Woundoptomizer
 
Stichworte: Mehrphotonen, Wundheilung, Endoskopie, chronische Wunden, Wunddiagnostik
 
Förderphase: MoBiTech II
 
Laufzeit: 01.10.2010 - 30.09.2013
 
Verbundpartner:
  • JenLab GmbH
  • biolitec AG
  • Piezosystem Jena GmbH
  • Universitätsklinikum Jena, Klinik für Dermatologie und dermatologische Allergologie
  • Universitätsmedizin Mannheim der Universität Heidelberg, Klinik für Dermatologie
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    Verbundkoordinator: Dr. Martin Kaatz
    Universitätsklinikum Jena, Klinik für Dermatologie und dermatologische Allergologie
    Erfurter Straße 35
    07740 Jena
    Kaatz@derma-jena.de
    (03641) 937 375

    www.derma.uk-j.de/